Massimiliano Pagliara – Focus For Infinity

Massimiliano Pagliara - Focus For InfinityDie deutsche Clublandschaft – Berlin mal ausgeklammert – ist nicht gerade gesegnet mit herausragenden Locations, in denen man mit seinen DJ-Größen und Freunden nächtelang ausgiebig feiern kann. Zu oft sind es gerade die Rahmenbedingungen, die es einem schwer machen, sich fallen und treiben zu lassen und sich ganz der Musik hinzugeben. Ein Spot vereint nahezu perfekt all das, was willenloses Feiern und Tanzen ausmacht: das Robert Johnson in Offenbach bei Frankfurt. Eine unfassbare Anlage, Holzboden, überschaubare Größe, Außenbalkon, spärliche Beleuchtung, was will man mehr. Jedes Wochenende geben sich hier stilvoll ausgewählte und konzeptionell bestens ins Programm passende DJs und Live-Acts die Plattennadel oder Laptop-Maus in die Hand und bescheren dem Club und seinen Gästen einzigartige Nächte.

Seit Ende des Jahres 2008 hat das Team um den Club seinen Aktionsradius vergrößert und ein Label gegründet. „Live At Robert Johnson“ heißt es und hat zuerst durch Mix-Compilations von Künstlern wie Chloé, Ivan Smagghe und Prins Thomas auf sich aufmerksam gemacht. Nur kurze Zeit später folgten dann auch schon die ersten 12inch-Singles und so war es natürlich die logische Konsequenz, dass irgendwann auch das erste Langspielalbum auf diesem Label erscheinen wird. Die Ehre für dieses Debüt wurde dem Italiener Massimiliano Pagliara zuteil, der ein langjähriger Freund der Clubbetreiber ist, auf dem Label auch schon eine Maxi veröffentlichte und auf unzählige Gastspiele in dem Club verweisen kann.

Pagliara stammt gebürtig aus Lecce, lebt aber schon seit einiger Zeit in Berlin. Seine eher wenigen, dafür aber konstant ausgezeichneten Tracks sind auf Labels wie Balihu, Rush Hour und Needwant erschienen. Sein Sound ist stark von Disco und Boogie beeinflusst, eine Tatsache, an der sicherlich sein guter Kumpel und gleichzeitig Berlins most famous Disco-DJ Danny Wang nicht ganz unschuldig sein dürfte.

Auf seinem ersten Album „Focus For Infinity“ macht der Italiener nun deutlich, was für Musikstile ihn bisher geprägt haben. Bevor er Anfang der Nuller Jahre nach Berlin zog, war er viel in italienischen Clubs unterwegs und hat intensiv den Duft von Italodisco aufgesogen und verinnerlicht. So ist klar, dass auch der Longplayer Referenzen an diese Musik und seine Cheesyness sowie US-Disco, Chicago House und – Boogie erkennen lässt. Auch Produktionen des New Yorkers Patrick Cowley oder der Briten Chicken Lips scheint Pagliara immer schon gerne gehört zu haben.
Die Songs auf „Focus For Inifinity“ sind stark in den Anfängen der Dance Music verwurzelt, klingen aber trotzdem frisch und aufregend. Das Album vereint viele verschiedenen Sounds, Klänge und Facetten der mit Soul ausgestatteten elektronischen Musik und liefert reihenweise kreative und variantenreiche Tracks. Referenzen und Einflüsse sind klar herauszuhören, aber die von Pagliara produzierten Stücke klingen in keinster Weise nach billigem Abklatsch, wie es sonst leider auch oft der Fall ist. Außerdem schafft es Massimiliano, den beliebten roten Faden zu spannen und stellt hier keine bloße und (langweilige) Aneinanderreihung von Songs her. Songs, die garantiert nicht nur im Robert Johnson Club großartig klingen werden.


Massimiliano Pagliara – Focus For Infinity (CD)

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