Jack Hill war ein Meister, wenn es darum ging theatralisches Ausgangsmaterial zu nehmen und daraus einen bumpy Exploitationfilm zu formen. Switchblade Sisters ist einer einer stringenteren Filme, in denen er seiner Fantasie freien lauf lässt und vom Girly-Gang Film zur Duschszene im Frauengefängnis auch nichts auslässt. Als Inspirationsquelle gibt Hill den Klassiker “Othello” von Shekespeare an. Lediglich die Geschlechterrollen wurden von ihm vertauscht und ein paar Schmuddelszenen eingebaut. Fertig war das Drehbuch, so einfach war das. Was Switchblade Sisters so einzigartig macht ist nicht die Story um eine Mädchengang, bei der die Neue in der Stadt gegen die Anführerin rebelliert. Ein bischen Liebesschemerz und Rivalität um den Herzbuben kommt auch noch dazu. Hill macht seine Filme so brillant mit seinen Dialogen. Kaum ein anderer schafft es so humorvoll, pointiert und stilsicher zu schreiben. Auch Tarantino sah das so und wer genau aufpasst wird merken, wie die Struktur und Art von Hills Dialogen auf Tarantinos Filme abgefärbt hat.
“You know, sooner or later every woman’s bound to find out – the only thing a man’s got below his belt is clay feet.” Jack Hill kann mit Switchblade Sisters zwar nicht an seine Meilensteine Foxy Brown, oder Coffy anknüpfen, doch das liegt weniger an der Story, als an der Tatsache, dass die Ikone Pam Grier in den beiden Filmen hervorragend besetzt war. Das sollte man der Hauptdarstellerin Joanne Nail aber wirklich nicht zum Vorwurf machen. Dem Charisma von Pam Grier kann man sich nämlich nur schwer entziehen. Jack Hill zeigt erneut, dass er ein goldenes Händchen dafür hat Frauen -Power schön reisserisch zu inszenieren und das Ganze mit einem perfekten Funk-Soundtrack zu unterlegen. Switchblade Sisters ist pure Unterhaltung, mit primitiven Action-Szenen, coolen Dialogen und dem einzigartigen Flair der trashigen Exploitation-Filmen aus den 70ern.
Wer einen Region-Free Dvd-Player besitzt, ist mit der US-DVD bestens beraten. Quentin Tarantino hatte kurzzeitig seine eigene Reihe an Dvds, die er in Kooperation mit Miramax veröffentlichte. Switchblade Sisters ist auch in dieser Reihe erschienen, mit Kommentar von Hill&Tarantino, sowie einer zünftigen Video-Einleitung, ebenfalls von Quentin.

























