John Woo ist der Mann fürs Grobe. Man kann wirklich nicht leugnen, dass der Altmeister ein Händchen dafür hat, Action zu inszenieren. Dass man dabei auch gerne ein bisschen kitschig inszeniert, gehört natürlich zum Landesgeschmack des Chinesen. Seine Filme haben alle etwas B-Movie Mäßiges, etwas Rohes, Schmutziges. Man ist sich nicht zu schade dafür, eine Szene auch mal etwas gekünstelt aussehen zu lassen und den ein oder anderen Patzer gekonnt zu ignorieren. Ist ja auch alles nicht so wichtig. John Woo geht entspannt ans Filmemachen und verlässt sich lediglich auf sich, seine Vision und seine Inspiration. Dabei hat er furiose Kämpfe mit der Waffe “erfunden” und lässige Gefechte, bei denen die Schauspieler leger durch die Luft fliegen und sich dabei beschießen ebenso. So macht man das eben in Hong Kong. Hard Boiled ist dabei einer der wichtigsten Filme des Asiaten- Nicht zuletzt auch deswegen, weil der Regisseur sich nach diesem Film vorerst aus Hongkong verabschiedete und nach Hollywood auswanderte. Danach wurde es eher ruhig um Woo, bis er schließlich mit Red Cliff in seine Wahlheimat zurückkehrte.
Hard Boiled vereint alles, was den einzigartigen Stil von John Woo ausmacht und bringt die wesentlichen Elemente des “wooschen Kinos” auf den Punkt: Zwei Männer stehen sich als Gegner gegenüber, boulen beide um dieselbe Frau, überwinden schlussendlich ihre Differenzen und kämpfen schließlich gemeinsam Seite an Seite. Dass es dabei mehr um markante Sprüche als um emotionale, tiefgründige Charakterstudien geht, sollte nicht weiter überraschen. Woo konzentriert sich nämlich einzig darauf, zu unterhalten, gute Action zu zeigen und sich beim finalen Ende kräftig in Emotionen zu baden. Viele Regisseure berufen sich bei ihren Vorbildern auch häufig auf John Woo, nicht zuletzt deswegen, weil er ein Meister im Improvisieren ist. Kaum ein anderer schafft es, ein kleines Budget so groß wirken zu lassen. Nicht nur Tarantino schätzt die Kompromisslosigkeit, mit der Woo an seine Inszenierungen herangeht. Auflagen waren ihm eigentlich immer recht egal. Wenn er das Blut spritzen lassen wollte, dann wurde das auch so gemacht. In Hong Kong ist man ohnehin nicht so zimperlich mit Gewaltszenen umgegangen wie in Europa, wobei man den Franzosen schon seit jeher eine gewisse Abgebrühtheit zugutehalten muss. Hard Boiled ist kein wichtiger Film. Daher bevorzugen viele auch den allseits bekannten Klassiker The Killer. Doch in kaum einem anderen Film vereint Woo sein Kino und damit auch ein großes Stück des Kinos aus Hong-Kong so perfekt wie in Hard Boiled.

























