Sunday Movie: Eine andere Frau von Woody Allen

Vor ein paar Wochen habe ich versucht mir “Mighty Aphrodite” anzusehen, musste aber nach ein paar Minuten abbrechen. Die Inszenierung war ordentlich, die Dialoge super und auch die Schauspieler waren passend besetzt. Bis auf einen, der auch gleichzeitug noch Regie geführt hat: Woody Allen. Ich war schon so etwas wie ein kleiner Fan, habe immer noch über 20 seiner Filme auf Dvd und die meisten mindestens zwei, drei Mal gesehen. Aber es geht einfach nicht mehr. Der kleine, hagere Bursche, mit seinem Hang zum Pessimismus und seiner fragilen Natur, geht mir einfach auf den Keks. Es hilft dabei nicht wirklich, dass sein Schauspiel dermassen überzogen ist und er alle paar Worte sein Lieblingsfüllwort “aeehm” einbauen muss.
Glücklicherweise hat Woody sich auch bei manchen seiner älteren Filme im Hintergrund gehalten und seit ein paar Jahren dem Schauspiel mehr oder minder abgedankt.

Das Thema von “Eine andere Frau” klingt zunächst ein bisschen schwerfällig: 50 jährige Psychologin hinterfragt ihr Sozialleben und kommt zu dem Schluss, dass sie zweitweise ein arrogantes, egozentrisches Arschloch gewesen ist. Das könnte wohl keiner humorvoll schreiben, ausser Woody Allen. Kein Anderer schafft es Situationskomik und peinliche Situationen so real auf Papier festzuhalten und später filmisch umzusetzen. Er hat einfach einen Blick für die kleinen, charmanten Eigenheiten, die das Alltägliche so mit sich bringt.

Gena Rawlands verkörpert diese intelligente Frau, die trotz ihrem Erfolg im Zwischenmenschlichen scheitert. Ihr geht es gut, sie hat viele Freunde und ist zum zweiten Mal verheiratet. Kinder hat sie keine, die wären nur ihrer Karriere im Weg gewesen. Marian, so heisst die Psychologin, lässt sich nur von ihrem Verstand leiten, hält nichts von Intuition und Herzensentscheidungen.

Um ihr neues Buch fertig zu schreiben mietet sie ein kleine Wohnung an, um durch nichts in ihrem Haushalt abgelenkt zu werden und sich voll auf ihr neues Werk konzentrieren zu können. Doch das klappt nicht ganz. Durch einen Belüftungsschacht hört sie Stimmen und stellt schliesslich fest, dass diese aus dem Arbeitszimmer des Psychotherapeuten einen Stock unter ihr kommen. Zunächst ist sie gernevt und möchte einfach nur ihre Ruhe, doch von Neugierde gepackt, beginnt sie, ganz indiskret, den persönlichen Gesprächen zu lauschen. Eine junge Frau ist in Behandlung. Schwanger und verheiratet, aber glücklich ist sie nicht. Sie erzählt davon, wie sie nachts in ihrem Bett aufgewacht ist, ihren Mann neben sich ansah und er ihr völlig fremd schien. Die junge Frau denkt über ihr Leben und ihre Liebe nach und ob ihre Entscheidungen wohl immer die richtigen gewesen sind.
Marion ist sehr bewegt von der jungen, Unbekannten und beginnt daraufhin ihr eigenes Leben und vor allem ihre Ehe zu hinterfragen.

Schade, dass Eine andere Frau immer vergessen wird, wenn es um die grossen Filme von Woody Allen geht, denn selten ist er seinem grossen Vorbild Ingmar Bergman so nahe gekommen, ohne seinen eigenen Stil zu verleugnen.

Und den Filme bekommt ihr direkt über den Link bei amazon.

Sunday Movie: Eine andere Frau von Woody Allen is ranked 7 out of 10. Based on 3 user reviews.
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