Sunday Movie: Dazed and Confused von Richard Linklater

dazed and confused von richard linklater

Der erste Film, den ich von Richard Linklater gesehen habe, war auch der erste des damals noch recht jungen Regisseurs – Slacker. Die Kamera schwebt förmlich durch eine Kleinstadt und lässt sich von einem Gespräch zum nächsten Treiben, ohne auf eine konsequente Story Rücksicht zu nehmen. Eigentlich klingt das auch ganz schön spannend, war es aber leider nicht. Die Schauspieler, alles Laien, haben auch so gespielt, und die Dialoge über ausserirdische Machenschaften waren zu lang und klangen weder authentisch, noch waren sie unterhaltsam. Danach habe ich erstmal einen dezenten Sicherheitsanstand von Linklater genommen. Zufällig bin ich eines Tages über Dazed and Confused gestolpert, den er zwei Jahre später gedreht hat. Meine Erwartungen waren nicht besonders hoch, doch ich wurde überrascht. Dazed and Confused ist ein Episodenfilm, der 1976 spielt. Linklater setzt bei dem Konzept von Slacker an, möglichst viele Geschichten in einem abendfüllenden Film zu erzählen.

Dazed and Confused nimmt das Collegeleben zum Aufhänger, um in die jugendliche Psyche vorzudringen. Die Jüngeren wollen mit den Seniors feiern. Doch so manch einer schafft es gar nicht, sich von seiner Schulzeit zu trennen und ist mit Anfang dreißig immer noch fester Bestandteil der College-Partys. Man raucht Gras, trifft sich auf Hauspartys und lebt vollkommen in der Welt der Clique. Doch der Schein trügt ja bekanntlich. Linklater benutzt den klassischen Teen-Movie mit seinen bekannten Motiven, um junge Liebe und exzessive Partys um die Ängste der Jugend dieser Epoche zu formulieren. Man wartet darauf, dass etwas passiert und gibt sich lieber der Langeweile hin, als selbst aktiv zu werden. Ein besonderes Händchen wurde auch beim Casting bewiesen. So sieht man Milla Jovovich, Rory Cochrane und Ben Affleck in einer ihrer ersten Rollen.

Dazed and Confused zeigt die Ängste und Sehnsüchte der Jungend aus den 70ern, unterlegt das Ganze mit einem hervorragenden, zeitgemäßen Soundtrack und schafft es dabei noch, sich selbst ironisch zu belächeln, ohne den Respekt vor den Charakteren zu verlieren. Well Done!

Dazed and Confused (Confusion – Sommer der Ausgeflippten) – DVD

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